Ärgerlich: Ein Strafzettel für falsches Parken. Foto: Shutterstock/Gemen

Bußgeld im Ausland – kein Entkommen vor EU-Strafzetteln

Wer vor einigen Jahren im EU-Ausland geblitzt wurde, konnte bei seiner Rückkehr nach Deutschland beruhigt aufatmen. Das fällige Knöllchen verlief im Sande, ein Bußgeld musste nicht befürchtet werden. Doch damit ist es inzwischen vorbei. Denn nun können auch Verkehrsverstöße aus dem Ausland in Deutschland vollstreckt werden.

Zu schnell gefahren oder einfach den Sicherheitsgurt nicht angelegt – diese Missgeschicke sind rasch passiert. Auch deutsche Fahrer sind im Ausland schon oft in die Blitzerfalle getappt. Bis vor einiger Zeit konnte den Betroffenen dies herzlich egal sein, da die fälligen Bußgeldbescheide nicht nach Deutschland geschickt wurden.

Doch bereits Ende 2010 trat das Europäische Geldsanktionsgesetz in Kraft, welches auch in Deutschland seit Ende August 2013 gilt. Nun werden unter anderem Temposünder auch für ihre Verkehrsverstöße im Ausland zur Kasse gebeten.

Daten vom Kraftfahrt-Bundesamt

Liegt der Strafzettel bei mindestens 70 Euro, kann sogar innerhalb Deutschlands vollstreckt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein ordentlicher, auch für den Fahrzeughalter verständlicher, Bußgeldbescheid vorliegt.

Damit die ausländischen Behörden aber auch wissen, gegen wen das Bußgeld erhoben werden soll, müssen sie über das Kraftfahrt-Bundesamt die Daten des Halters erfragen. Während das Falschparken von dieser Regelung ausgenommen ist, gilt es allerdings für Vergehen wie die bereits angesprochene Geschwindigkeitsübertreten, das Überfahren einer roten Ampel oder das Telefonieren mit einem Handy am Steuer.

Bußgeld-Bescheide nicht auf die leichte Schulter nehmen

Wer in seinem heimischen Briefkasten einen ausländischen Bußgeldbescheid vorfindet, sollte diesen durchaus ernst nehmen. Denn selbst wenn der deutschen Justiz die Hände gebunden sein sollten, droht unter Umständen bei der nächsten Fahrt in das entsprechende Land Ungemach.

In einigen Staaten können Bußgelder noch mehrere Jahre nach dem Vergehen eingefordert werden. Selbst die Beschlagnahmung des Fahrzeugs ist möglich. „Eine Verkehrskontrolle kann dann ausgesprochen unangenehm werden, denn die Daten sind ja gespeichert“, sagt Katharina Bauer, Bußgeldexpertin beim ADAC.

Damit die Gefahr eines solchen Strafzettels möglichst gering ist, empfehlen Experten den Autofahrern, vor der Fahrt ins Ausland unbedingt die wichtigsten Regeln wie zum Beispiel die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zu studieren.

Auch das Handy sollte bei der Fahrt im Ausland nach Möglichkeit in der Tasche oder im Handschuhfach bleiben, denn andere Länder sind in puncto Bußgeld im Vergleich zu Deutschland hier nicht gerade zimperlich.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.