Sekundenschlaf ist sehr gefährlich und für viele Unfälle in jedem Jahr verantwortlich. Foto: Shutterstock/PathDoc

Sekundenschlaf – die große Gefahr hinterm Steuer

Jeder vierte Autobahnunfall mit Todesfolge ist auf Sekundenschlaf zurückzuführen – so die Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Die gefürchteten Müdigkeitsattacken zählen somit zu den häufigsten Unfallursachen. Umso wichtiger ist es daher, die Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen, um diesem gefährlichen Szenario vorzubeugen.

Sekundenschlaf und Schlafapnoe kann jeden treffen. Gefährdet sind Pkw- oder Lkw-Fahrer, die längere und monotone Strecken an einem Stück zurücklegen. Denn je länger sie unterwegs sind, desto stärker fällt die Konzentration ab, man wird müde.

Und ehe die Situation richtig erkannt ist, hat es auch schon gekracht. Das kurze Einnicken dauert meist nur zwischen einer halben und fünf Sekunden, reicht aber aus, um die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren und so einen schweren Unfall zu verursachen.

Müdigkeitsattacken sind vom Beifahrer oft nur schwer zu erkennen

Besonders gefährlich wird es für Fahrer, die ihre langen Strecken allein zurücklegen müssen. Doch auch ein wachsamer Beifahrer kann einen Unfall durch Sekundenschlaf oder Schlafapnoe nicht immer verhindern.

Denn entgegen der weitläufigen Meinung müssen die Augen hierfür nicht zwingen zufallen. Auch bei geöffneten Augen kann der Fahrer kurzzeitig in einen Dämmerzustand fallen, ohne dass es dem Beifahrer auffällt.

Die Gefahr durch Sekundenschlaf wird unterschätzt, während sich die Fahrer oftmals überschätzen. Dabei sollte das kurze Einnicken am Steuer genauso ernst genommen werden wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Denn auch hierbei verlangsamen sich die Reflexe, die Konzentration sinkt rapide ab.

Wem ein Unfall unter Sekundenschlaf nachgewiesen werden kann, dem können harte Strafen drohen. Sogar strafrechtliche Konsequenzen können die Folge sein.

Die genauen Ursachen für das kurze Einschlafen am Steuer sind nicht endgültig geklärt. Experten gehen davon aus, dass der Körper so auf extreme Übermüdung reagiert.

Allerdings begünstigen Einflüsse wie etwa zu wenig Schlaf, das Fahren in den Nacht- und Morgenstunden oder langes Arbeiten die Entstehung einer Schlafapnoe. Warnzeichen sind neben einem generellen Müdigkeitsgefühl auch sehr häufiges Gähnen, Fahrfehler, ein Tunnelblick sowie brennende oder juckende Augen.

Vorbeugen und schnell reagieren

Um die Gefahr eines Sekundenschlafs zu minimieren, sollten Autofahrer eine längere Fahrt idealerweise gut ausgeruht antreten. Nach Möglichkeit sollten auch Fahrten zwischen zwei und fünf Uhr morgens vermieden werden, da der Körper vom Biorhythmus her in dieser Zeit auf „Schlafen“ eingestellt ist.

Sollten sich aber bestimmte Gefahrenquellen nicht vermeiden lassen und die ersten Anzeichen eines drohenden Sekundenschlafs auftreten, ist Vorsicht angesagt. In diesem Fall empfiehlt es sich, rechtzeitig ausreichende Pausen einzulegen und dem Körper ein wenig Ruhe zu gönnen. Ein Spaziergang an der frischen Luft kann ebenfalls Abhilfe schaffen.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.