Eine leere Autobatterie lässt sich überbrücken, doch man muss dabei ein paar Dinge beachten. Foto: Shutterstock/Sebastian Duda
Eine leere Autobatterie lässt sich überbrücken, doch man muss dabei ein paar Dinge beachten. Foto: Shutterstock/Sebastian Duda

Richtig Starthilfe geben – das hilft bei einer leeren Batterie

Jeder Autofahrer kommt einmal in eine solch missliche Lage: statt des gewohnten Surrens nach dem Drehen des Zündschlüssels folgt leider nur ein klägliches Klacken. Speziell in den kalten Wintermonaten steigt das Risiko, dass der Wagen nicht mehr anspringt. In so einem Fall ist eine Starthilfe von Nöten um die Batterie zu überbrücken. Doch wie wird diese richtig ausgeführt?

Um bei kühlen Außentemperaturen die Autobatterie zu schonen, sollten Strom verbrauchende Geräte, wie Radio, Beleuchtung und Heckscheibenheizung beim Start ausgeschaltet bleiben. Denn bereits bei minus zehn Grad Außentemperatur stehen nur noch etwa 65 Prozent der eigentlichen Batterieleistung zur Verfügung.

Sollte jedoch trotzdem einmal der Fall eintreten, dass der Wagen nicht mehr anspringt und weder eine Werkstatt noch eine Pannenhilfe zur Verfügung stehen, benötigt man ein Starthilfekabel und ein Fahrzeug mit derselben Batteriespannung, um das Auto wieder zum Laufen zu bringen.

Vorsicht beim Anschluss der Kabel

Damit keine unnötigen Schäden verursacht werden, ist beim Anschließen des Starthilfekabels höchste Vorsicht geboten. Ansonsten können starke Schäden an der Fahrzeugelektronik, an den Kabeln und an der Autobatterie selbst entstehen.

Die Angst vor diesen möglichen Schäden verunsichert viele Autofahrer: Denn es ist wichtig zu beachten, in welcher Reihenfolge die Kabel angeschlossen werden müssen. Hinzu kommt, dass auch rechtlich gesehen eine falsche Überbrückung unangenehme Folgen haben kann. Der Verursacher des Schadens ist haftbar, auch wenn aus reiner Gutmütigkeit gehandelt wurde.

Es sollten folgende Schritte bei einer Starthilfe eingehalten werden, um Schäden zu vermeiden: Die beiden Fahrzeuge müssen vor der Überbrückung nebeneinander oder gegenüber stehend geparkt werden. Die Motoren gehören abgestellt, der Gang herausgenommen und die Handbremse angezogen.

Die elektrischen Geräte des Empfängerwagens müssen abgeschaltet sein. Um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, sollten die Warnblinker des Spenderwagens angeschaltet werden.

Sobald diese Vorkehrungen getroffen worden sind, geht es an das Anschließen des Starthilfekabels. Das rote Kabel wird mit einem Ende an den Pluspol (Erkennungszeichen: + auf einer roten Schutzabdeckung) der leeren Batterie und mit dem anderen Ende an den Pluspol der vollen Batterie angeschlossen.

Daraufhin wird die schwarze Klemmzange des schwarzen Starthilfekabels an den Minuspol der vollen Batterie angeschlossen. Das zweite Ende des schwarzen Kabels wird dann an einem unlackierten Metallteil im Motorraum des Empfängerautos angeschlossen werden.

Vorsicht vor Batteriesäure

Dabei ist darauf zu achten, dass das Starthilfekabel weder den Ventilator, noch den Keil- oder Zahnriemen berührt, da diese beim Start ansonsten beschädigt werden können.

Würde man das schwarze Kabel am Minuspol der leeren Batterie anschließen, könnte sich beim An-und Abklemmen durch Funkenbildung Knallgas entzünden. Das könnte nicht nur die Batterie zerstören, sondern auch den Helfer durch austretende Batteriesäure gefährden.

Sind die Kabel korrekt angebracht worden, kann der Motor des Spenderautos gestartet werden. Im Anschluss daran wird ein Startversuch von maximal 15 Sekunden mit dem Empfängerauto durchgeführt. Sollte der Wagen nicht direkt anspringen, wird eine kurze Pause eingelegt und ein erneuter Versuch gestartet.

Sobald der Start geglückt ist, muss der Motor für mindestens drei bis fünf Minuten weiterlaufen. Dabei sollten beim Empfängerauto starke Stromverbraucher wie Licht oder/und Heckscheibenheizung eingeschaltet werden, um gefährliche Spannungsspitzen zu vermeiden.

Wenn beide Motoren einige Zeit gelaufen sind, werden zuerst die schwarzen Minuskabel des Starthilfekabels an beiden Autos entfernt. Anschließend werden dann die roten Pluskabel entfernt.

Autobatterie checken lassen

Damit eine erneute leere Batterie am nächsten Morgen vermieden werden kann, sollte nach einer Überbrückung eine längere Autofahrt unternommen werden, dabei wenn möglich auf starke Stromverbraucher verzichten. Auf diese Art kann sich die Autobatterie wieder aufladen.

Wiederholt sich eine solche Panne allerdings innerhalb kürzester Zeit, kann das auf eine dauerhafte Beschädigung der Autobatterie hinweisen. In diesem Fall sollte das Fahrzeug in einer Werkstatt durchgecheckt werden.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.