Ein Silvester-Feuerwerk ist schön anzusehen, auf Autos kann es unschöne Erinnerungen hinterlassen. Wer kommt dann für den Schaden auf? Foto: Shutterstock/Dmytro Balkhovitin-
Ein Silvester-Feuerwerk ist schön anzusehen, auf Autos kann es unschöne Erinnerungen hinterlassen. Wer kommt dann für den Schaden auf? Foto: Shutterstock/Dmytro Balkhovitin-

Silvester: Schäden an Autos, wer zahlt?

Böller, Raketen und Wunderkerzen – die Neujahrsnacht zählt versicherungstechnisch zu den schadensträchtigsten im gesamten Jahr. Nach den großen Feierlichkeiten ist es nicht unüblich, dass Raketen und Böller am Auto Spuren hinterlassen. Und dann?

Manchmal reicht schon eine gründliche Wäsche, um die Reste vom Schwarzpulver zu entfernen. Weniger schlimme Brandschäden lassen sich mit einer Politur beseitigen. Mitunter hilft das alles aber nicht.

Prallt eine Rakete aus kurzer Distanz auf das Auto, sind die Schäden enorm. Ähnlich sieht es aus, wenn ein Treibsatz direkt auf dem Wagen abbrennt. Das hinterlässt größere Spuren auf Scheibe oder Karosserie und zieht Reparaturen nach sich, die teuer sind. Doch wer haftet eigentlich für einen solchen Schaden?

Silvesterschäden am Auto – so ist es um die Haftung bestellt

Prinzipiell haftet der Verursacher des Schadens mit seiner privaten Haftpflichtversicherung. Ist der „Absender“ der Rakete bekannt, dann gestaltet sich die Schadensmeldung relativ einfach. Sollte sich der Schadensverursacher nicht zu dem Schaden bekennen, führt der Weg über den Anwalt, der wiederum die nötigen Schritte einleitet.

Knifflig wird es natürlich, wenn nicht bekannt ist, wer für den Schaden am Auto verantwortlich ist. An Silvester sind viele Menschen mit Raketen und Böllern auf der Straße unterwegs. Folglich ist es kaum möglich, nach einer solchen Nacht den Verantwortlichen zu finden.

In diesen Fällen trägt die Teilkaskoversicherung des Besitzers die Kosten. Die Versicherung übernimmt Explosionsschäden, Brandschäden und trägt außerdem Kosten für zerstörte Scheiben. Nur in absoluten Ausnahmefällen übernimmt niemand die Schäden am eigenen Auto.

Damit die Versicherung bezahlt – Fotos machen

Wie bei einem Verkehrsunfall sind Fotobeweise enorm wichtig, um den Schaden nachweisen zu können. Das kann im Zweifel hilfreich sein, um später bei der Kostenübernahme strittige Details zu regeln.

Das Auto also bestenfalls aus allen Winkeln fotografieren, die Schäden ebenfalls und von mehreren Positionen aus. Unbedingt noch am Silvestermorgen, bevor vielleicht Schnee den Schaden in irgendeiner Weise verfälscht.

Mit dem richtigen Vorgehen trägt die Teilkaskoversicherung die anfallenden Kosten für die notwendigen Reparaturen, sofern der Verursacher unbekannt ist.

Sollte klar sein, wer für die Schäden am Wagen verantwortlich ist, sollte ein Gespräch mit der Person erfolgen. Zeigt sie sich uneinsichtig, müssen Polizei und Anwalt den Sachverhalt regeln.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.