Beim Verbandskasten im Auto muss man ein paar Dinge beachten - sonst droht womöglich Ärger. Foto: Shutterstock/StockPhotosArt

Kfz-Verbandskästen – was jetzt zu beachten ist

Der Kfz-Verbandskasten zur Ersten Hilfe im Straßenverkehr ist laut Straßenverkehrsordnung in allen Autos Pflicht. Durch eine geänderte Vorschrift wurden zum 1. Januar 2014 die Auflagen zu der Notfallausrüstung verändert. Seit Beginn 2015 sind Verbandskästen, die den neuen Auflagen nicht entsprechen, nun nicht mehr käuflich zu erwerben. Was neu und zu beachten ist, steht in unserem Artikel.

Wessen Pkw mit einem Verbandskasten ausgestattet ist, der den alten Vorschriften entspricht, darf diesen nur noch mitführen, bis das Verfallsdatum erreicht ist.

Da laut Straßenverkehrsordnung ein Notfallset lediglich die Erste Hilfe am Unfallort ermöglichen, und damit die Erstversorgung Verletzter garantieren soll, reichen diese bis 2014 erworbenen Verbandskästen bis zu ihrem Verfallsdatum noch aus, so das Deutsche Rote Kreuz. Jedes nach 1989 hergestellte Exemplar ist mit einem solchen Ablaufdatum versehen.

Verkaufen dürfen Händler diesen, nach alter Regelung befüllten Notfallkoffer seit Beginn dieses Jahres allerdings nicht mehr. Ist das Verfallsdatum der Erste-Hilfe-Ausrüstung abgelaufen, verfällt die Herstellergarantie einiger Produkte und damit ihre Sicherheit im Notfall.

Abgelaufenes Verbandmaterial nicht wegwerfen

Für die Sterilität von Kompressen und Verbänden gibt der Hersteller nur bis zu diesem Datum eine Garantie. Zudem können auf Dauer Materialschäden entstehen, wenn der Verbandskasten das ganze Jahr über im Auto liegt und die enthaltenden Produkte damit den verschiedenen Temperaturen ausgesetzt sind. Die abgelaufenen Artikel sind vom Kfz-Inhaber zu ersetzen.

Der Bundesverband Medizintechnologie weist in einer Pressemitteilung vom 13. Januar 2014 darauf hin, dass abgelaufene Verbandsmaterialien keineswegs weggeworfen werden müssen, sondern zu Übungszwecken in Erste-Hilfe-Kursen genutzt werden können und von den entsprechenden Stellen gerne angenommen werden.

Kontrolle bei der TÜV-Untersuchung

Durch die veränderte DIN-Norm 13164 wurden die Verbandskästen an die neuesten notfallmedizinischen Entwicklungen angepasst. So gehören nun auch ein 14-teiliges Fertig-Pflasterset, bestehend unter anderem aus Fingerkuppenverbänden und Pflasterstripes in verschiedenen Größen, ein kleines Verbandspäckchen K für Kinder und Feuchttücher, zur Reinigung unverletzter Hautstellen, zur Grundausstattung.

Gestrichen wurden dafür ein Verbandstuch BR, vier Stück Wundschnellverband DIN 13019-E und ein Verbandspäckchen M, sowie Mullbinden, die bisher als Alternative für Fixierbinden dienten.
Wer in eine Verkehrskontrolle gerät und keinen oder einen abgelaufenen Verbandskasten im Wagen mit sich führt, muss ein Verwarnungsgeld zahlen.

Fällt bei der Hauptuntersuchung auf, dass die Erste-Hilfe-Ausrüstung fehlt, erhält der Autofahrer zwar seine Plakette, doch das Fehlen wird dauerhaft als Makel im Protokoll vermerkt, so der Automobilclub ADAC.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.