Wer auch am Steuer nicht vom Smartphone lassen kann, bringt sich und andere in Gefahr. Außerdem drohen empfindliche Strafen. Foto: Shutterstock/Martin Novak
Wer auch am Steuer nicht vom Smartphone lassen kann, bringt sich und andere in Gefahr. Außerdem drohen empfindliche Strafen. Foto: Shutterstock/Martin Novak

Handy am Steuer – was ist erlaubt, was verboten?

Telefonieren am Steuer kann aufgrund des Bußgeldkatalogs teuer werden. Wie das Bußgeld vermieden werden kann und wie das Mobiltelefon im Auto noch genutzt werden darf, verrät unser Artikel.

Nicht nur Autofahrer bekommen bei einem Verstoß einen Bescheid von 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg, sondern auch auf Fahrradfahrer kommt gemäß des Bußgeldkatalogs mit 25 Euro eine Strafe zu.

Die Unfallursache „Handy am Steuer“, was sich in mangelnder Konzentration auf den Straßenverkehr widerspiegelt, wird wegen der wachsenden Handynutzung immer häufiger. Trotzdem werden das Telefonieren am Steuer und eine sonstige verbotene Nutzung des Handys nur in den seltensten Fällen geahndet, meist werden diese von der Polizei schlicht nicht entdeckt.

Handy bei Start-Stopp-Funktion erlaubt

Die einfachste Methode, um das Handy am Steuer legal nutzen zu können, ist eine Freisprechanlage. Dadurch ist Telefonieren am Steuer möglich und man kann sich weiterhin auf das Fahrgeschehen konzentrieren.

SMS- und WhatsApp-Nachrichten können nur mit Hilfe von einer Sprachsoftware fürs Mobiltelefon beantwortet werden. Bereits 2011 gaben 30 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage zu, bereits Nachrichten auf dem Handy während der Fahrt gelesen zu haben. 20 Prozent haben sogar schon während der Fahrt SMS geschrieben. Mittlerweile dürften sich diese Zahlen noch weiter erhöht haben.

Das Oberlandesgericht Hamm hat mit einer Entscheidung im Oktober 2014 bezüglich des Bußgeldkatalogs für Furore gesorgt. Demnach ist das Telefonieren am Steuer erlaubt, wenn das Auto über eine Start-Stopp-Funktion verfügt und etwa an einer roten Ampel steht. Diese Funktion ist bei modernen Autos eingebaut und schaltet den Motor bei Stillstand aus, um Benzin zu sparen.

Auch manuelles Ausschalten soll nach dieser Entscheidung ausreichen, um das Handy am Steuer bedienen zu dürfen. Der Sinn des Handyverbots sei es, so das Gericht, beide Hände zum Fahren zur Verfügung zu haben. Bei einem ausgeschalteten und stehenden Auto sei das nicht nötig.

Smartphone als Navi okay

Die Smartphone-Nutzung als Navigationsgerät fällt insoweit nicht in den Strafbereich des Bußgeldkatalogs, als dass das Gerät beim Fahren nicht in die Hand genommen wird und Eingaben bei abgeschaltetem Motor oder durch eine Sprachsteuerung erfolgen.

Bei mehrmaligem Nutzen des Handys am Steuer kann die Behörde dem Beschuldigten Vorsatz oder gar Beharrlichkeit vorwerfen. Das Bußgeld kann sich so auf etwa 120 Euro erhöhen und es kann sogar ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten verhängt werden. Bei einem Unfall mit nachgewiesener Handynutzung am Steuer kann sich zudem die Versicherung berechtigterweise quer stellen und eine Schadensregulierung verweigern.

In der Führerschein-Probezeit kommt es bereits beim zweiten Verstoß gegen das Handyverbot zu einer Probezeitverlängerung um zwei Jahre und den obligatorischen Besuch eines Aufbauseminars.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.