Ärgerlich: Nach einem Parkplatzrempler hat der Verursacher Fahrerflucht begangen. Das kann ihn teuer zu stehen kommen. Foto: Shutterstock/PathDoc
Ärgerlich: Nach einem Parkplatzrempler hat der Verursacher Fahrerflucht begangen. Das kann ihn teuer zu stehen kommen. Foto: Shutterstock/PathDoc

Entfernen vom Unfallort – wann ist es Fahrerflucht?

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort – allgemein als Fahrerflucht bekannt – kann den Schuldigen finanziell und emotional teuer zu stehen kommen. Oft agieren die Fahrer im Affekt, aber später zählen nur noch Fakten und ein emotionaler und mentaler Ausnahmezustand tragen nur in wenigen Fällen zur Strafmilderung bei.

Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt und die Justiz versteht hier keinen Spaß und hat strikte Gesetze, die konsequent angewandt werden. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort hat bisweilen fatale Folgen für den Unfallfallverursacher.

Einfachste Regeln gibt es bei einem Unfall zu beachten, um später nicht der Unfallflucht beschuldigt zu werden. Der § 142 StGB ist hier eindeutig geregelt: Der Unfallverursacher muss alle relevanten Angaben bereitstellen. Zeitpunkt, Ort, Telefonnummer, Name und Versicherung, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wie lange muss man am Unfallort warten?

Wenn der Geschädigte nicht am Unfallort anzutreffen ist, muss eine angemessen Zeit gewartet werden. Dies ist nicht eindeutig geregelt, deshalb lohnt es sich in jedem Fall zu warten, bis der Geschädigte eintrifft, um nicht später des unerlaubten Entfernens vom Unfallort beschuldigt zu werden.

Allerdings gibt es eine Zumutbarkeitsgrenze. Bis zu einer halben Stunde Wartezeit wird erwartet, mehrere Stunden oder gar bis zum Eintreffen am nächsten Tag ist unzumutbar. Job, wichtige Termine gehen vor, jedoch nur nach Bereitstellung aller relevanter persönlicher Daten zur Kontaktaufnahme.

Fahrerflucht besteht dann nach dem Gesetz in jedem Fall, wenn der Verursacher ohne Anhalten, Aussteigen und Begutachtens des Schadens weiterfährt. Ein falscher und folgenschwerer Irrtum.

Häufig notieren sich zufällig Anwesende blitzschnell das Kennzeichen. Ein Fahrradfahrer oder Fußgänger, der die Unfallflucht genau beobachtete, wird sich erinnern und dank des Kennzeichens ist Fahrerflucht nur temporär begrenzt lohnenswert.

Nach Fahrerflucht droht Gefängnis

Neben empfindlichen Geldstrafen bei unerlaubtem Entfernen von Unfallort drohen auch nicht unerhebliche Freiheitsstrafen von mehreren Jahren. Bewährungsstrafen sieht der Gesetzgeber bei Fahrerflucht nur bei einsichtigen und geständigen Ersttätern vor.

Die Schwere des Unfalls spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Tatsache, ob Personen zu Schaden kamen. Das Beschädigen eines parkenden Autos mit einem Einkaufswagen wird ebenso als Unfallflucht geahndet, jedoch sind die Strafen bei Weitem nicht so drakonisch wie ein schwerer Unfall, verursacht durch rücksichtslose Raserei auf der Autobahn und damit einhergehender Unfallflucht.

Oft sind Autofahrer auch der Ansicht, gar keinen Unfall verursacht zu haben. Unbemerkt wird ein Seitenspiegel gerammt oder beim Einparken ein stehendes Auto leicht „berührt“. Es ist schwierig zu beweisen, dass es sich nicht um unerlaubtes Entfernen vom Unfallort handelte, sondern um ein nicht bewusstes Versehen. Auch hier können Zeugen helfen, den Unfallhergang korrekt zu schreiben.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.