Ein Head-up-Display projiziert relevante Daten ins Sichtfeld des Fahrers. Foto: Continental/dpp AutoReporter

So funktioniert ein Head-up-Display

Head-up-Displays sind eine praktische, komfortable und sichere Zukunftstechnik, bei der für den Fahrer relevante Informationen in sein Blickfeld projiziert werden. Wie ein solches Head-Up-Display funktioniert, es nachgerüstet und etwa zur Navigation genutzt werden kann, erklärt unser Artikel.

Head-up-Displays (auch kurz HUD genannt) sind zurzeit noch etwas teuer, aber bieten schon einen riesigen Funktionsumfang.

Unfälle, die durch nur kurze Unaufmerksamkeit wegen eines Blicks auf ein Navigationsgerät oder Handy geschehen, können mit HUDs vermieden werden. Fahrdaten und Navigationsanweisungen werden in das Sichtfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe übertragen, sodass dieser den Blick nicht von der Straße abwenden muss.

Head-up-Display nachrüsten

Bei vielen neuen Autos ist die Technik bereits eingebaut, aber auch in älteren Autos kann man diese nachrüsten. Der Nachteil am Nachrüsten liegt in dem meist geringeren Funktionsumfang. So zeigen die HUDs oft nur Basisinformationen bezüglich der Geschwindigkeit und Navigation.

Außerdem können viele Geräte nur so angebracht werden, dass das Head-up-Display sich in der Mitte des Autos befindet – in diesem Fall müssen Fahrer ihren Blick immer noch von der Straße abwenden, was den Vorteil eines solchen Geräts zunichtemacht.

Geräte zum Nachrüsten sollten deswegen unbedingt vor Gebrauch ausprobiert werden. Auch die Höhe der Anzeige könnte für manche großgewachsenen Autofahrer ein Problem darstellen.

Einer der Anbieter für Head-Up-Displays zum Nachrüsten ist die Firma Garmin. Für 150 Euro kann man ein Beamer-ähnliches Gerät erwerben, das nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit und das Tempolimit, sondern auch relevante Navigationsinfos wie Abbiegehinweise und die voraussichtliche Ankunftszeit auf die Scheibe projiziert.

Zum Lesen der Infos muss eine durchsichtige Folie an der Windschutzscheibe angebracht werden. Alternativ kann auch eine Aufsteckscheibe direkt am Gerät genutzt werden, was sich bei einem häufigen Fahrzeugwechsel als praktisch erweist.

Die Ablesbarkeit des Displays ist sehr gut, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Zur Nutzung des HUDs ist zusätzlich ein Smartphone mit der Navigon- bzw. Garmin-App nötig, welches das Gerät über Bluetooth mit Daten versorgt und nochmal zwischen 50 und 90 Euro, je nach Ausführung, kostet. Ein wenig unschön ist, dass das Gerät immer an einer 12-Volt-Steckdose angeschlossen sein muss.

WhatsApp auf die Scheibe

Eine etwas günstigere Alternative ist das Head-Up-Display von iFound für etwa 50 Euro. Das Universal Auto HUD zeigt Informationen zur aktuellen Geschwindigkeit, das vorgeschriebene Geschwindigkeitslimit mitsamt einer Warnung bei Überschreitung, die Motordrehzahl, die Wassertemperatur, den aktuellen Kraftstoffverbrauch und Empfehlungen zum kraftstoffsparenden Schalten.

Eine Navigationsfunktion hat das Gerät leider nicht. Die Daten empfängt dieses über die OBD-II-Schnittstelle des Autos, das vor dem Kauf jedoch auf Kompatibilität mit dem Gerät geprüft werden sollte.

Noch in diesem Jahr will die US-Firma Navdy ein Multifunktions-HUD herausbringen. Das Display soll nicht nur Informationen über Navigation und Geschwindigkeit, sondern auch Benachrichtigungen von Facebook, WhatsApp und Twitter auf die Windschutzscheibe zaubern.

Das Gerät kann über Sprache und Gesten gesteuert werden und soll für Vorbesteller 299 US-Dollar (etwa 220 Euro) und im freien Verkauf danach 499 US-Dollar (knapp 370 Euro) kosten.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.