An manchen Autos wirkt ein Heckspoiler eher deplatziert. Foto: Shutterstock/Trybex
An manchen Autos wirkt ein Heckspoiler eher deplatziert. Foto: Shutterstock/Trybex

Heckspoiler – was bringt er und bei welchen Autos macht er Sinn?

Der Heckspoiler zählt nicht erst seit einigen Kultfilmen aus den 80er und 90er Jahren zu dem wohl beliebtesten Autozubehör. Mit einfachem Tuning lässt sich fast jedem Auto ein Hauch von Rennwagen-Gefühl verleihen. Und das hat mindestens zwei Gründe: Einerseits verschafft dieses simples Anbauteil einem Fahrzeug von der Stange eine individuelle und schnittige Optik, andererseits soll ein Heckspoiler sich positiv auf die Fahreigenschaften auswirken. Doch stimmt das überhaupt?

Kann eine Konstruktion aus Kunststoff aus einem Kleinwagen einen Rennboliden machen? Dazu lohnt sich zunächst ein Blick darauf, wie ein Heckspoiler überhaupt funktioniert.

Schließlich stellt sich die entscheidende Frage, unter welchen Umständen sich ein entsprechendes Tuning überhaupt lohnt und was es dabei zu beachten gilt.

So funktioniert ein Heckspoiler und das verspricht er

Als Autozubehör hat ein Spoiler eine wesentliche Funktion. Er soll den während der Fahrt durch die Karosserie erzeugten Auftrieb verringern bzw. eliminieren – daher stammt auch sein Name: Englisch „to spoil“ für „zerstören“.

Dieser Auftrieb, der etwa bei einem Flugzeug dafür sorgt, dass es vom Boden abheben kann, ist am Auto eher unerwünscht. Denn je geringer der Auftrieb ist, desto stärker wird das Fahrzeug auf die Straße gedrückt. Die Folge ist eine bessere Bodenhaftung der Reifen und damit zum Beispiel eine höhere Stabilität in Kurven.

Wo macht ein Heckspoiler am meisten Sinn?

Damit das liebevolle Tuning nicht dafür sorgt, dass ein Heckspoiler nur als Biertheke oder Picknicktisch auf dem Rastplatz zu gebrauchen ist, gilt es einige Faktoren zu beachten.

Grundsätzlich macht ein Spoiler nur an Fahrzeugen mit ausreichend Motorleistung Sinn, deren Aerodynamik überhaupt optimierungsfähig ist und an denen sich Veränderungen durch das Autozubehör auch bemerkbar machen.

Zudem können die gewünschten Verbesserungen erst bei hohen Geschwindigkeiten und Fahrstilen eintreten, die im gewöhnlichen Straßenverkehr nicht möglich und selbstverständlich auch nicht erlaubt sind. Die meisten Straßen-Pkw dürften werksseitig ohnehin schon auf eine optimale Leistung hin konzipiert sein, sodass ein Heckspoiler – was die Fahreigenschaften betrifft – mehr Schaden als Nutzen einbringen würde.

Viel entscheidender als der Autotyp, an den ein Spoiler angebracht wird, ist jedoch seine genaue Position. Denn nur wenn ein Heckspoiler auf die Luftströmung der Karosserie optimal abgestimmt ist, kann er seine gewünschte Wirkung entfalten. Die bei Tunern häufig zu findende Montage des Spoilers direkt unterhalb der Heckscheibe ist so gut wie wirkungslos, weil das Autozubehör dort gar nicht in das Strömungsverhalten des Wagens eingreifen kann. Hier dient es allenfalls der Optik.

Ebenso kann ein falsch eingestellter Winkel dazu führen, dass der Heckspoiler seine Wirkung verfehlt und sich sogar negativ auf die Fahreigenschaften auswirkt. Schon diese beiden Fallstricke zeigen ein großes Problem: Um die optimale Position an der Karosserie herauszufinden, müssten detaillierte Messungen im Windkanal erfolgen. Ein Aufwand, den kaum ein Hobby-Tuner wird betreiben können.

Denn: Jedes Auto hat sein eigenes Strömungsverhalten, das es genau zu erforschen gilt. Pauschale Tipps für das richtige Tuning sind also schwer zu geben. Sicherheit dürfte es ohnehin nur bei einem vom Fahrzeughersteller serienmäßig installierten Heckspoiler geben, der in der Regel auf seine Wirkung getestet sein sollte.

Was muss sonst noch beachtet werden?

Wie für das meiste Autozubehör, das als Tuning angeboten wird, gilt auch für den Heckspoiler: Eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere ist Pflicht. Entfallen kann diese nur, wenn der Spoiler von sich aus über eine sogenannte Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) verfügt.

Es ist ratsam, sich bereits vor der Umsetzung des Vorhabens über Erlaubtes und Unerlaubtes zu informieren und beraten zu lassen. Das spart Nerven und Geld – denn sonst drohen Schwierigkeiten mit dem TÜV, die die gewünschte Freude am Tuning schnell zunichtemachen können.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.