Wer Veränderungen an seinem Auto vornimmt - etwa in Form von dicken Auspuffrohren - muss auf die Erlaubnis dafür achten. Foto: Shutterstock/rickyd

Auto-Tuning – auf die Betriebserlaubnis achten

Die Veränderung der Optik und der Leistung des Autos durch Tuning ist bei vielen Fahrern sehr beliebt. Bei den meisten Teilen, wie etwa Sportfahrwerk und Autoreifen, müssen jedoch wichtige Vorschriften beachtet werden, da es sonst zum Erlöschen der Betriebserlaubnis oder zu Problemen mit der Kfz-Versicherung kommen kann. Deshalb sollte man sich vorher gründlich über die Vorschriften zur Genehmigung informieren.

Im Allgemeinen müssen fast alle Tuningmaßnahmen genehmigt werden. Dabei gibt es je nach Änderung fünf verschiedene Arten der Genehmigung.

Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)

Die Allgemeine Betriebserlaubnis wird normalerweise bei Teilen mitgeliefert, die leicht zu montieren sind. Wenn das Teil für den entsprechenden Fahrzeugtyp freigegeben ist, muss es nicht von einem Sachverständigen abgenommen werden.

Teilegutachten

Teilegutachten werden bei nahezu jedem Tuningteil mitgeliefert. Eine Kontrolle der korrekten Anbringung durch Sachverständige ist nötig.

Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG)

Die Allgemeine Bauartgenehmigung gilt nur für bestimmte Modelle und muss in den allermeisten Fällen dem Sachverständigen vorgeführt und von der Zulassungsstelle in den Fahrzeugpapieren dokumentiert werden.

Einzelabnahme

Die Einzelabnahme ist bei sehr aufwändigen Tuningeingriffen nötig, unter die beispielsweise Kombinationen verschiedener Tuningteile oder etwa das Einsetzen eines anderen Motors fallen. Die Einzelabnahme ist entsprechend aufwändig und teuer und darf nur von einem Sachverständigen durchgeführt werden.

EG-Betriebserlaubnis

Die EG-Betriebserlaubnis entspricht meist der ABE, ist jedoch im gesamten EU-Raum gültig und die Änderung muss ebenfalls nicht vom Sachverständigen geprüft werden.

Für die verschiedenen Arten der Genehmigung gilt im Allgemeinen, dass die Kontroll- und Zulassungsbescheinigungen für eine mögliche Kontrolle immer mitgeführt werden sollten.

Es empfiehlt sich, vor der Anschaffung der Teile immer die Kompabilität mit dem Fahrzeug zu überprüfen und sich über die entsprechenden Genehmigungen zu informieren.

Die Genehmigung wird im Folgenden an den Beispielen Sportfahrwerk und Autoreifen illustriert.

Sportfahrwerk

Die Tieferlegung des Autos durch ein Sportfahrwerk wirkt sich nicht nur auf die Optik des Autos aus, sondern hat auch positive Auswirkungen auf das Kurvenverhalten und ist deshalb bei Tunern sehr beliebt. Der Schwerpunkt des Autos ist durch das Sportfahrwerk näher an der Straße und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten in der Kurve.

Darin liegt jedoch auch die Problematik, denn die Veränderung der einzelnen Teile – wie Federn und Stoßdämpfer – durch das Tuning bedeutet eine signifikante Veränderung in der Abstimmung des Fahrwerks. Deshalb muss beim Sportfahrwerk nicht nur die korrekte Anbringung vom Sachverständigen kontrolliert, sondern auch bei der Zulassungsstelle gemeldet werden.

Autoreifen

Auch Autoreifen und Felgen werden von Tunern gerne den eigenen Wünschen entsprechend verändert. Teile wie Leichtalufelgen werden meist mit einer ABE geliefert und können oft problemlos und ohne die Zustimmung des Sachverständigen angebracht werden.

Eine Änderung bei den Autoreifen muss jedoch häufig vom Sachverständigen abgenommen werden, weil es vor allem bei der Verbreiterung der Spur dazu kommen kann, dass die Reifen über die Karosserie hinausragen.

Kfz-Versicherung

Selbst wenn die entsprechenden Teile vom Experten genehmigt und zugelassen wurden, bedeutet das noch nicht automatisch, dass die bestehende Kfz-Versicherung nach dem Tuning gleichermaßen gilt.

Besonders bei aufwändigen und teuren Teilen kann die Versicherung sich weigern, die Reparatur oder den Ersatz im Schadensfall zu bezahlen. Deshalb sollten alle Eingriffe beim Tuning mit der Kfz-Versicherung abgesprochen und diese entsprechend angepasst werden.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.