Mit Erdgas - auch CNG genannt - lässt sich eine Menge Geld sparen. Foto: Shutterstock/hin255

Fahren mit Erdgas – das sind die Vorteile und Nachteile

Trotz des zurzeit günstigen Benzinpreises kann sich ein Umstieg auf ein Erdgasauto lohnen. Welche Vor- und Nachteile ein Wechsel bietet und worin Erdgas oder CNG den klassischen Kraftstoffen und auch Autogas LPG voraus ist, zeigt der folgende Artikel.

Erdgas ist nur halb so teuer wie normales Benzin. Vor allem wird der Preis von Benzin aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Verfügbarkeit von Erdöl längerfristig ansteigen. Autos, die mit Auto- oder Erdgas fahren, sind derzeit aber noch sehr selten. Aber was ist überhaupt der Unterschied zwischen Auto- und Erdgas?

CNG (=Compressed Natural Gas) ist die Fachbezeichnung für Erdgas. Dieses ist zwar ebenfalls ein fossiler Brennstoff, jedoch ist CNG bis 2018 durch Subventionen der Bundesregierung steuervergünstigt zu erwerben.

Im Gegensatz zu Diesel und Benzin ist Erdgas deutlich umweltschonender, da bis 25 Prozent weniger CO2 ausgestoßen wird, bei den giftigen Kohlenwasserstoffen sind es 36 Prozent weniger und bei Stickoxiden gar 95 Prozent.

CNG mit deutlich niedrigen CO2-Emissionen

Zudem können alle Erdgas-Autos mit Biogas betankt werden. So können die CO2-Emissionen um weitere 20 Prozent gesenkt werden.

Ein Fahrzeug mit Erdgas-Antrieb hat außer dem Umweltschutz aber noch einige weitere Vorteile.

Der Straßenverkehr wird entlastet, da Erdgas über unterirdische Leitungen zu den Tankstellen gelangt. Es ist nicht giftig, sowie geruchlos und wird auch in Zukunft weiter von der Europäischen Union gefördert.

Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 jedes zehnte Fahrzeug in Europa mit CNG fahren soll. Die weltweite Verfügbarkeit ist für die nächsten Jahrzehnte gesichert, da die Reserven deutlich höher als die von Erdöl sind.

Ein unbegründetes Vorurteil gegenüber Gasautos ist die angebliche geringere Reichweite. Der normale Gastank reicht durchschnittlich für eine Strecke von 400 km, jedoch gibt es auch Modelle am Markt, die nur mit dem Erdgas-Tank bis zu 600 km schaffen. Ferner ist bei bivalenten Gas-Autos ein kleiner Benzintank verbaut, mit dem die Reichweite noch erhöht werden kann.

Geringe Reichweite als Nachteil bei CNG

Der größte Nachteil ist die bisher eher geringe, aber steigende Verbreitung von Tankstellen. So gibt es zurzeit knapp 1000 Tankstellen in Deutschland, die CNG verkaufen. Navigationssysteme und entsprechende Smartphone-Apps zeigen jedoch den Weg zur nächsten verfügbaren Tankstelle.

Neben Erdgas gibt es noch Autogas, was als LPG (Liquefied Petroleum Gas) bekannt ist. Dies besteht aus einem Gemisch von Propan und Butan und ist umweltfreundlicher als Benzin und Diesel.

Die Emissionswerte sind vergleichbar mit denen vom Erdgas, jedoch ist der CO2-Ausstoß deutlich höher. In Deutschland gibt es zurzeit 6.600 Autogas-Tankstellen. Auch Autogas wird bis 2018 steuervergünstigt angeboten. Jedoch ist zu bedenken, dass der Vorrat an Autogas an die Reserven von Erdöl gekoppelt ist und damit keinen längerfristigen Vorteil für die Zukunft bietet. Zudem ist Autogas teurer als Erdgas.

Die größte Hürde zum Wechsel vom Benziner ist jedoch der Umbau des Autos bzw. der Kauf eines auf CNG bzw. LPG abgestimmten Autos. Beim Autogas ist der Umbau die Regel, beim Erdgas wird meist ein neues Fahrzeug erworben.

Beim Kauf sind die Fahrzeuge, die mit Autogas betrieben werden, etwas günstiger in der Anschaffung. Fast alle Autohersteller bieten einige mit Gas fahrende Fahrzeuge an, aber natürlich ist das Angebot im Vergleich zu Benzin- und Dieselautos deutlich geringer.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.