Elektroautos müssen regelmäßig zur Strom-Tankstelle. Derzeit sind die Akkus viel zu schnell leer. Foto: Shutterstock/Robert Kneschke

iCar – das Elektroauto von Apple

Ein selbstfahrendes Auto von Apple, das vollständig autonomes Fahren ermöglicht – Zukunftsmusik oder schon bald Realität? Was hat es mit dem Abwerben von Tesla-Mitarbeitern auf sich? Wir fassen die aktuellen Gerüchte zum Projekt von Apple zusammen und erörtern außerdem, was es mit dem Google-Auto auf sich hat.

Laut Insidern sollen Pläne für ein iCar keine Gerüchte darstellen, sondern bereits Tatsache sein. So soll Apple mit 1000 seiner Mitarbeiter an einem Elektro-Auto mit dem Codenamen Titan arbeiten, das autonomes Fahren ermöglicht und somit keine körperliche oder geistige Leistung mehr benötigt, um zu fahren. Gespräche mit Firmen, die das Fahrzeug fertigen würden, sollen bereits geführt worden sein.

Ein weiteres Indiz für ein iCar stellt das massive Abwerben Apples beim Elektroautokonzern Tesla dar. Apples härtester Konkurrent auf dem Elektroauto-Markt wäre der US-Konzern, der bereits seit 2003 das Ziel hat, Elektroautos für den breiteren Markt zu bauen und 2008 das erste Elektroauto mit einer Lithium-Ionen-Zelle auf den Markt gebracht hat. Tesla soll schon über 50 Ingenieure verloren haben, die angeblich von Apple abgeworben wurden.

Autopilot oder nur Elektroauto?

Fraglich ist, ob Apple selbst auf den Elektroauto-Markt drängt oder lediglich bei einem Autohersteller wie Tesla einsteigen oder ihn übernehmen möchte. Ein Argument für ein Einsteigen wäre die nicht vorhandene Erfahrung Apples auf dem Automobilmarkt. Zudem liegt Teslas Firmensitz, wie der von Apple, im Silicon Valley und würde eine Zusammenarbeit so erleichtern.

Ob das iCar komplett autonomes Fahren ermöglichen oder lediglich ein Elektroauto sein soll, ist auch noch nicht sicher. Die Konkurrenz in Form des Google-Autos setzt auf autonomes Fahren von Roboterhand, eine Kleinserie des Google-Autos für ausgesuchte Endkunden soll bereits kurz vor der Fertigung stehen.

Apple könnte mit dem iCar durch das Streichen der Technik des autonomen Fahrens Zeit gewinnen und sich bereits vor einem Google-Auto auf dem Markt positionieren. Google müsste sich außerdem in vielen Ländern noch um passende Gesetze, Versicherungen und Straßenverkehrsvorschriften bemühen.

Ein Google-Auto oder iCar würde aus marktwirtschaftlicher Sicht für beide Unternehmen Sinn machen. Automobile sind immer verzahnter mit der neusten Technik. Eine dauerhafte Verbindung des eigenen Autos mit dem Smartphone würde den Alltag in vielen Bereichen erleichtern und Apple einen weiteren Markt bieten, um ihre Produkte zu verkaufen.

iCar muss erst reifen

Ferner ist Apple dadurch berühmt geworden, dass sie in bestehende Branchen eingestiegen sind, die bisher noch kein optimales Produkt für den Verbraucher entwickelt haben. Elektroautos, bei denen entweder die zurücklegbare Distanz, der Verbrauch oder die Auflademöglichkeit zu eingeschränkt sind, könnten durch Apple endlich ausgereifter und komplett alltagstauglich werden.

Apple könnte sein iCar bereits 2020 vom Band laufen lassen. Die Konkurrenz um Tesla und General Motors planen für 2017 bereits Elektroautos, die bei einem Preis von unter 40.000 Dollar mit einer Batterieladung eine Distanz von 320 km zurücklegen können.

Dank Apples Firmenphilosophie ist jedoch sicher, dass ein iCar erst kommt, wenn es komplett ausgereift und markttauglich ist.

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.