Die Absatzzahlen bei reinen Elektroautos schwächeln derzeit ein wenig. Foto: Shutterstock/Matej Kastelic

Elektroautos in der Imagefalle

Ist das Interesse der Autofahrer für den Kauf eines Elektroautos bereits geweckt? Die aktuellen Verkaufszahlen lassen eher das Gegenteil vermuten. Untermauert wird das von einer Studie. Ergebnis: Das Elektroauto steckt in einer Imagefalle.

Um herauszufinden, wie Elektroautos auf dem Markt ankommen, wurde von dem Automobilzulieferer Continental eine Umfrage durchgeführt. Dabei wurden Autofahrer aus Deutschland, den USA, Frankreich, Japan und China zu diesem Thema befragt.

Die Ergebnisse der Umfrage ergaben, dass zwar stolze 67 Prozent den Kauf eines Elektroautos für sinnvoll erachten, doch nur die Wenigsten diese Idee in die Tat umsetzten. Zwar glänzt das Elektroauto mit einer umweltfreundlichen Bewertung (72 Prozent), doch kommen die Gefährte bei Fahrspaß (26 Prozent), Design (26 Prozent) und Sportlichkeit (23 Prozent) gar nicht gut weg.

Tesla optimistisch fürs Elektroauto

Hinzu kommt, dass der Trend, mittelfristig (vier bis zehn Jahre) ein reines Elektroauto zu nutzen, seit der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011, deutlich zurückgegangen ist. So sanken die Prozentzahlen bei den 16- bis 30-Jährigen von 47 auf 34 und bei den 31- bis 59-Jährigen von 46 auf 35. Das Elektroauto befindet sich also aktuell in einer Imagefalle.

Dabei war die Grundidee von Tesla, von einer Verbrennungswirtschaft auf eine Solar-Elektrowirtschaft umzusteigen, eine hoch angesehene. Tesla Motors ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das 2003 mit dem Ziel gegründet wurde, Elektroautos für ein breites Publikum zu bauen.

Generell geht Tesla nicht davon aus, dass es ein Problem gäbe in Sachen weltweiter Nachfragen. Im Gegenteil, gemessen an den Absatzzahlen des Prius-Hybrids von Toyota ist das Unternehmen der Ansicht, in Europa langfristig sogar noch mehr Elektrofahrzeuge als in den USA absetzen zu können.

Hybridfahrzeuge als Alternative

Auch BMW geht trotz der aktuell zurückhaltenden Einstellung mit einem Elektroauto, dem BMW i3, ins Rennen. Der BMW i3 überzeugt mit niedrigem Verbrauch. Er ist der deutsche Star unter den E-Mobilen und untermauert das mit exzellenten Beschleunigungsleistungen. Sogar bei hoher Belastung bleiben diese konstant. Zudem haben die Bayern noch den sehr sportlichen BMW i8 im Angebot.

Gibt es also doch noch eine Chance für die Elektroautos? Laut José Avila, Continental-Vorstandsmitglied, ja. Zwar ist er der Ansicht, dass es vor der Umstellung auf Elektroautos zunächst eine Umwandlung auf Hybridautos (einer Kombination von Verbrennungsmotoren und Elektromotoren) geben wird, das reine Elektroauto allerdings das Ziel sein wird.

„Hybridfahrzeuge können Akzeptanz für Elektroautos schaffen. Autofahrer haben die Möglichkeit, in Hybridfahrzeugen streckenweise rein elektrisch unterwegs zu sein und dann mit dem Verbrennungsmotor den damit verbundenen Fahrspaß zu erleben.“

Geschrieben von Maren

Maren Richter ist als Auto-Journalistin bereits seit Jahren Expertin in Sachen Gebrauchtwagen, Neuheiten sowie Tipps und Tricks rund ums Auto. Nach ihrem Journalismus-Studium arbeitete sie mehrere Jahre für einen der größten deutschen Autobauer. Inzwischen ist sie als freie Beraterin und Autorin tätig. Kontakt-Möglichkeiten gibt es über Kontakt-Link unten.